Adaption & Metabolismus

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Evolution der Performance-Forschung: Erfahren Sie mehr über MOTS-c & SLU-PP 332 (Hier klicken)

Evolution der Performance-Forschung: Wie nützlich sind stoffwechselregulierende Mittel?

Die Nachfrage nach Performance Enhancing Drugs (PEDs) im Fitnessbereich wächst seit Jahren rasant: Schätzungen zufolge nutzen bereits über 15 % der ambitionierten Amateursportler in westlichen Industrienationen ergogene (= leistungssteigernde) Substanzen¹. Dabei spielen zunehmend auch experimentelle Pharmazeutika eine Rolle.

MOTS-c

Besonders interessant sind solche Mittel, die Einfluss auf die Stoffwechselregulation haben und dabei nicht die Hormonlage manipulieren. Hier sind vor allem mitochondriale Peptide zu nennen. Das bekannteste von ihnen ist MOTS-c. Dieses Peptid wird direkt von der mitochondrialen DNA kodiert. Wissenschaftler bringen es mit einem verbesserten Energiestoffwechsel, einer Erhöhung der körperlichen Leistungsfähigkeit und diversen altersverzögernden Effekten in Verbindung. So konnte MOTS-c in Studien mit Tieren etwa die Glukosewerte unter Belastung stabilisieren und das Einsetzen von Ermüdungserscheinungen verzögern².

SLU-PP 332

Ein weiteres experimentelles Mittel, das große Bedeutung für die Leistungsentfaltung zu haben scheint, ist SLU-PP 332. Es ist kein Peptid, sondern ein ERR-Agonist. Indem es den AMPK-Signalweg aktiviert, triggert es muskuläre Adaptionsprozesse, die normalerweise nur durch intensives physisches Training ausgelöst werden³.

„Exercise Mimetics“

MOTS-c und SLU-PP 332 gelten in der Biohacking-Szene als „Exercise Mimetics“, also als Sportsimulationsmittel. Dadurch, dass sie den Energiestoffwechsel optimieren und die zelluläre Resilienz gegenüber oxidativen Belastungen erhöhen, haben sie auf den Organismus einen ähnlichen Effekt wie Sport.


FAQs

Was unterscheidet MOTS-c strukturell von klassischen Peptiden?
Die meisten Peptide mit bioregulatorischem Effekt werden im Zellkern kodiert. MOTS-c stammt aber direkt aus dem Genom der Mitochondrien. Es agiert als Botenstoff, der die Kommunikation zwischen den Mitochondrien und dem Zellkern steuert.

Warum liegen die beiden Mittel in verschiedenen Applikationsformen vor, wenn sie doch beide Exercise Mimetics sind?
Sowohl MOTS-c als auch SLU-PP 332 haben zwar einen Einfluss auf die körperliche Leistungsfähigkeit, sie funktionieren aber völlig unterschiedlich. Außerdem ist MOTS-c ein Peptid und SLU-PP 332 ein synthetischer ERR-Agonist.

Sind beim kombinierten Einsatz in experimentellen Settings Synergieeffekte zu erwarten?
Da beide Mittel unterschiedliche Signalpfade nutzen, ist die Untersuchung ihrer synergetischen Wirkung auf die mitochondriale Biogenese tatsächlich eine hochaktuelle Fragestellung.


¹ vividabkk.de (2022): Studie: Krafttraining für Körper und Psyche
² J. C. Reynolds (2021): “MOTS-c is an exercise-induced mitochondrial-encoded regulator…”
³ B. Mahale, A. Girase (2024): “Unlocking the potential: SLU-PP-332…”